Schmerzen in der Kniekehle: Ursachen und wann es gefährlich wird
19. Januar 2026

Schmerzen in der Kniekehle treten häufig plötzlich auf: beim Treppensteigen, nach dem Sport oder sogar in Ruhe. Viele Patienten fragen sich dann: Ist das nur eine harmlose Verspannung oder steckt etwas Ernstes dahinter?
Die Ursachen für Schmerzen in der Kniekehle sind vielfältig. Manche sind harmlos und verschwinden von selbst, andere sollten frühzeitig orthopädisch abgeklärt werden.
Die Kniekehle (medizinisch: Fossa poplitea) befindet sich auf der Rückseite des Kniegelenks. Hier verlaufen:
- wichtige Blutgefäße
- Nerven
- Sehnen und Muskeln
Durch diese komplexe Struktur können Schmerzen in diesem Bereich unterschiedliche Ursachen haben.
Häufige Ursachen für Schmerzen in der Kniekehle
1. Muskelverspannung oder Zerrung
Nach ungewohnten Belastungen, Sport oder langem Sitzen können die hinteren Oberschenkelmuskeln verspannen oder überlastet sein.
Typische Anzeichen:
- Ziehender Schmerz beim Strecken des Beins
- Beschwerden nach sportlicher Aktivität
- Druckempfindlichkeit
Diese Ursache ist meist harmlos und bessert sich innerhalb weniger Tage.
2. Baker-Zyste
Eine der häufigsten Ursachen für Schmerzen in der Kniekehle ist die Baker-Zyste. Dabei handelt es sich um eine mit Flüssigkeit gefüllte Ausstülpung der Gelenkkapsel.
Typische Symptome:
- Druckgefühl oder Spannungsgefühl in der Kniekehle
- Schwellung hinter dem Knie
- Schmerzen beim Beugen oder Strecken
Eine Baker-Zyste entsteht häufig im Zusammenhang mit:
- Kniearthrose
- Meniskusschäden
- Entzündungen im Kniegelenk
3. Meniskusschaden
Auch ein Meniskusriss kann Schmerzen in der Kniekehle verursachen, besonders wenn der hintere Anteil des Meniskus betroffen ist.
Hinweise auf einen Meniskusschaden:
- Schmerzen bei Drehbewegungen
- Stechende Schmerzen beim Beugen
- Blockiergefühl im Knie
4. Sehnenreizungen
Die Sehnen der hinteren Oberschenkelmuskulatur setzen in der Kniekehle an. Bei Überlastung oder Fehlbelastung können diese gereizt sein.
Typisch:
- Schmerzen beim Treppensteigen
- Beschwerden nach dem Sport
- Druckschmerz an der Rückseite des Knies
5. Thrombose
In seltenen Fällen können Schmerzen in der Kniekehle auf eine Thrombose hinweisen. Dabei bildet sich ein Blutgerinnsel in einer Vene.
Warnzeichen:
- Starke, plötzlich auftretende Schmerzen
- Schwellung des Unterschenkels
- Überwärmung oder Rötung
In solchen Fällen sollte sofort ärztlich abgeklärt werden.
Wann sollte man mit Schmerzen in der Kniekehle zum Orthopäden?
Eine orthopädische Abklärung ist sinnvoll, wenn:
- die Schmerzen länger als 5–7 Tage anhalten
- das Knie geschwollen ist
- Bewegungseinschränkungen auftreten
- ein Unfall oder eine Verdrehung vorausging
- die Schmerzen immer wiederkehren
Gerade bei anhaltenden Beschwerden kann eine frühzeitige Diagnose helfen, größere Schäden im Knie zu vermeiden.
Wie wird die Ursache festgestellt?
In der orthopädischen Untersuchung kommen je nach Situation verschiedene Methoden zum Einsatz:
- Klinische Untersuchung
- Beweglichkeit
- Druckpunkte
- Stabilität des Knies
- Ultraschall
- Besonders gut geeignet zum Nachweis einer Baker-Zyste
- Röntgen
- Bei Verdacht auf einen Verschleiß (Arthrose)
- MRT
- Bei Verdacht auf Meniskus- oder Knorpelschäden
Was hilft bei Schmerzen in der Kniekehle?
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache.
Bei muskulären Beschwerden:
- Schonung für einige Tage
- Kühlung
- leichte Dehnübungen
- ggf. Physiotherapie
Bei Baker-Zyste oder Meniskusschaden:
- gezielte orthopädische Behandlung
- entzündungshemmende Maßnahmen
- Physiotherapie
- in seltenen Fällen operative Therapie
Das Ziel ist immer:
Schmerzen lindern, Beweglichkeit erhalten und die Ursache behandeln.
Was Sie selbst tun können
Bei leichten Beschwerden helfen oft einfache Maßnahmen:
- Knie einige Tage entlasten
- Kühlen (10–15 Minuten, mehrmals täglich)
- Überlastung vermeiden
- Keine ruckartigen Bewegungen
Wenn sich die Beschwerden jedoch nicht bessern, sollte eine ärztliche Untersuchung erfolgen.
Fazit: Schmerzen in der Kniekehle ernst nehmen
Schmerzen in der Kniekehle können viele Ursachen haben – von harmlosen Muskelverspannungen bis hin zu Meniskusschäden oder Zysten.
Wenn die Beschwerden anhalten oder stärker werden, ist eine orthopädische Abklärung sinnvoll.
Eine frühzeitige Diagnose ermöglicht meist eine einfache und effektive Behandlung.